Musik als Unterhaltung
Wurde Musik in ihren Anfängen – und über lange Zeit hinweg – eigentlich nur zu rituellen oder Kulthandlungen gespielt, wurde sie im Laufe der Jahrhunderte immer mehr ein Teil der Unterhaltung und des Alltags, wurde aber nicht als Kunst gesehen. Auch die später erfolgte Bindung von Dichtung, Tanz und Musik existierte in der Antike noch nicht, denn zum Beispiel beschrieb der griechische Mathematiker Pythagoras Musik als etwas Mathematisch-rationelles, während Platon und Aristoteles Musik als etwas Ästhetisches auffassten und somit die Musikphilosophie begründeten. Bis ins Mittelalter unterlag Musik einer bestimmten Ordnung von Zahlen, die sich durch Arithmetik, Geometrie und Astronomie ausdrückte und erst seit der Renaissance begann man Musik als etwas Kreatives zu sehen und nicht nur das Üben mit den Instrumenten zu bevorzugen. In der Renaissance wurde es modern, Musik als Kunst zu sehen, die ohne Gesang und Sprache für sich stehen kann, während sich dies im 17. Jahrhundert endgültig durchsetzte und durch die Romantik das persönliche und subjektive Ausdrücken, Erleben und Empfinden durch Musik immer beliebter wurde. Es entstand die Richtung der Unterhaltungsmusik, die Ende des 19. Jahrhunderts, zum Beispiel durch afroamerikanische Einflüsse Zweige wie Jazz, Pop oder Rock hervorbrachte und eine bis dato nie gekannte Vielfalt und Kreativität der Musik mit sich brachte.